Integration - Deutschland kann das

Orientierungskurse für Flüchtlinge

Leben in Deutschland

Wer als Flüchtling oder Asylbewerber in Deutschland bleiben darf, besucht einen Integrationskurs. Er besteht aus einem Deutsch- und einem Orientierungskurs. Hier wird vermittelt, was für das Zusammenleben in Deutschland wichtig ist. Doch was lernen die Teilnehmer im Orientierungskurs konkret? Am besten schaut man dazu in ein Kursbuch.

Deutschkurs mit Migranten. Im Integrationskurs lernen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, was für das Leben in Deutschland wichtig ist. Foto: Burkhard Peter

Viele Dinge, die für Deutsche normal erscheinen, sind für Menschen aus anderen Ländern und Kulturen fremd. Demokratie, Rechte, Pflichten und für uns Alltägliches müssen die Flüchtlinge erst kennenlernen.

Politik und Demokratie

Darf man gegen Gesetze demonstrieren? Was sind Grundrechte? Für wen gilt die Schulpflicht? Im Kapitel "Politik und Demokratie" des Kursbuches finden sich dazu Fragen, Erklärungen und Bilder, über die diskutiert werden kann. Eine Karte zeigt die Bundesländer mit Wappen. Auch praktische Themen, wie der Gang zum Einwohnermeldeamt oder Ideen für ehrenamtliches Engagement, werden erläutert.

Aus der Geschichte lernen

Der Nationalsozialismus, die deutsche Teilung, die Wiedervereinigung und die Europäische Union stehen ebenfalls auf dem Lehrplan. Die besondere Bedeutung, die der Nationalsozialismus für die Deutschen hat, ist einem Afghanen oder Syrer vielleicht gar nicht bewusst. Deshalb wird im Kurs diskutiert, warum es wichtig ist, diese Zeit nicht zu vergessen.

Alltag in Deutschland

Nein, in Deutschland muss der Ehemann nicht zustimmen, wenn eine Frau arbeiten gehen möchte. Ja, hier gibt es gleichgeschlechtliche Partnerschaften. Die religiöse Vielfalt ist anders ausgeprägt als etwa im Irak. Auch im alltäglichen Umgang können Fragen auftreten: Wie begrüße ich einen Fremden? Bringt man ein Gastgeschenk zum Besuch mit? Komme ich zur Arbeit pünktlich um acht oder darf ich etwas später kommen? Es sind viele Fragen, auf die es im Orientierungskurs Antworten gibt.

Brücken zur alten Heimat

Egal, worüber im Kurs diskutiert wird, häufig wird das Gelernte mit Regeln und Erfahrungen aus der eigenen Heimat zu verglichen. Unterschiede werden so schnell klar. Alte Gewohnheiten mit den Anforderungen in Deutschland in Einklang zu bringen, das ist die Herausforderung, vor der die Kursteilnehmer stehen. Eine weitere wartet nach 60 Unterrichtsstunden am Ende des Kurses: Der Abschlusstest.

Jeder Integrationskurs besteht aus einem Sprachkurs und einem Orientierungskurs. Die verwendeten Lehrbücher muss das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge zulassen. Vor Beginn des Integrationskurses gibt es einen Einstufungstest für die Teilnehmer.
Der Sprachkurs dauert 600 Stunden und orientiert sich am Alltag der Menschen vom Arztbesuch bis zum Schreiben eines Briefes. In Spezialkursen sind bis zu 900 Stunden möglich. Am Ende muss jeder Teilnehmer einen Test bestehen und erhält ein Zertifikat.
Der Orientierungskurs soll die Rechte und Pflichten in Deutschland sowie deutsche Geschichte und Kultur vermitteln. Dafür sind 100 Stunden eingeplant. Der Orientierungskurs endet mit einem Abschlusstest.

Dienstag, 6. September 2016

Integrationspolitik im Überblick

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