Integration - Deutschland kann das

Integration am Hochbeet

Garten der Hoffnung

In einer eng bebauten Containersiedlung für Flüchtlinge in Berlin ist ein Garten entstanden. Er soll den Menschen Hoffnung und Perspektive geben. Durch das gemeinsame Gärtnern entstehen persönliche Kontakte. Jeder kann sich mit seinen Fähigkeiten einbringen.

Die beiden syrischen Geflüchteten zusammen mit einer benachbarten deutschen Familie bei Gartenarbeiten im Rahmen des Projekts 'Garten der Hoffnung' in der Flüchtlingsunterkunft in Berlin-Köpenick, am 19. Mai 2017. Deutsche und Flüchtlinge treffen sich im "Garten der Hoffnung" in Berlin- Köpenick. Foto: Judith Affolter

In einem Garten gibt es immer etwas zu tun. Deutsche und Flüchtlinge treffen sich, um die Anbaufläche für die Pflanzen zu vergrößern. Mehrere Männer errichten einen Pavillon. Das ist die richtige Aufgabe für den 23-jährigen Syrer Hassan al Hasan. Er ist handwerklich geschickt. Er nimmt sich einen Hammer und hilft beim Aufbauen.

Al Hasan ist seit 18 Monaten in Deutschland. Er musste aus seiner Heimatstadt Damaskus fliehen. Der Garten habe ihm enorm bei der Bewältigung der Flucht geholfen, sagt Heimleiter Peter Hermanns. Auch wenn al Hasan beim Pflanzen den Frauen den Vortritt lässt, bringt er sich mit ein. Er habe schnell Anschluss an die Gemeinschaft rund um das Containerdorf in Berlin-Köpenick gefunden.

Hoffnung geben

Petra Strachovsky und Brigitte Kanacher-Ataya sind zwei der Helferinnen, die 2015 das Projekt "Garten der Hoffnung" in die Hände nahmen. Mit vielen ehrenamtlichen Mitarbeitern einer Bürgerinitiative bepflanzten sie erste, kleine Hochbeete. Der Name des Gartens ist dabei nicht zufällig gewählt. "Hoffnung", dieses Wort ist im Zusammenhang mit den Flüchtlingen oft genannt worden. Petra Strachovsky erklärt, dass mit den Flüchtlingen auch viel Hoffnung in das Land komme - vor allem Hoffnung auf ein besseres Leben. Mit einem Lächeln fügt sie hinzu, der Gärtner sei prinzipiell auch ein "Hoffer".

Mehr als Gärtnern

Im "Garten der Hoffnung" wachsen gleich neben Zierpflanzen auch Mangold, Schnittlauch und andere Küchenkräuter. Es wird gesät, gepflanzt und geerntet. Mit den Gartengeräten, die sich angesammelt haben, einem Schuppen und Sitzmöglichkeiten herrscht im Innenhof eine Atmosphäre wie im Schrebergarten.

Doch geht es bei dem Projekt nicht ausschließlich um die gärtnerischen Fähigkeiten. "Der kontinuierliche Kontakt ist wichtig, um Vertrauen aufzubauen", sagt Petra Strachovsky. Und dafür müsse man sich Zeit nehmen. Das scheint für die Flüchtlinge sehr wichtig zu sein.

BilderstreckeBildVideo 1 von 6

Geflüchtete zusammen mit einem Kinder-und Jugenderzieher (rotes T-Shirt) der Flüchtlingsunterkunft in Berlin-Köpenick bei gemeinsamen Gartenarbeiten im Rahmen des Gartenprojekts "Garten der Hoffnung", am 19. Mai 2017. Modelrelease vorhanden. DEKD, … Der Garten der Hoffnung bringt unterschiedliche Menschen zusammen. Foto: Judith Affolter

Gespräche, die nahe gehen

Mit den jungen Frauen in Kontakt zu kommen, sei prinzipiell schwieriger, als zu den jungen Männern, so Strachovsky. Vor allem, weil sie viel mit ihren Kindern beschäftigt seien. Es ist wichtig, dass man den Menschen zuhört. Vor allem persönliche Gespräche über Flucht und Gewalt seien Themen, die auch den Mitarbeitern noch heute sehr nahe gingen, so Strachovsky. Sie klärt die Flüchtlinge auch über ihre Rechte und Pflichten auf.

Etwas auf die Beine stellen

Immer freitags von 15 Uhr bis Sonnenuntergang säen, pflanzen und ernten die Menschen auf dem Gelände der Übergangssiedlung. Oft reden sie bis in die Nacht hinein. Das Projekt soll so offen wie möglich und mit so wenigen Beschränkungen wie nötig geführt werden, so Heimleiter Hermanns.

Die Flüchtlinge sollen erfahren, dass es auch möglich ist, mit wenigen finanziellen Mitteln und auf sehr einfache Weise etwas auf die Beine zu stellen. Bald sollen Tomaten in ein speziell dafür konzipiertes Haus "einziehen". Vielleicht wird Hassan da wieder sein Talent unter Beweis stellen können.

Dienstag, 20. Juni 2017

Weitere Informationen

Neueste Artikel aus der Kategorie Aktuelles

Aktuelles

Immer aus erster Hand informiert. Die aktuellsten Meldungen zur Integrationspolitik der Bundesregierung finden Sie hier.

Ak­tu­el­les

Initiativen, die Integration möglich machen

Finden Sie hier Integrationsprojekte in Ihrer Nähe, bei denen Sie mitmachen können. Oder holen Sie sich Anregungen für eigenes Engagement.

ProjektkarteProjektliste

Integration - Wir sind dabei.

Lernen Sie Menschen kennen, die bei der Integration von Flüchtlingen helfen. Lesen Sie, wie sich Flüchtlinge in unsere Gesellschaft integrieren.

Zu den Re­por­ta­gen

Initiativen, die Integration möglich machen

Finden Sie hier Integrationsprojekte in Ihrer Nähe, bei denen Sie mitmachen können. Oder holen Sie sich Anregungen für eigenes Engagement.

Projektliste