Integration - Deutschland kann das

Fragen und Antworten zur Integration

Wir ergänzen fortlaufend aktuelle Zahlen und Fakten.

Asylsuchende werden zunächst in einer Erstaufnahme-Einrichtung untergebracht. Um die Asylverfahren zügig bearbeiten zu können, sind sie künftig verpflichtet, bis zu sechs Monate dort zu bleiben.

Wer aus einem sicheren Herkunftsstaat kommt, wird nun in einer besonderen Aufnahmeeinrichtung untergebracht. Dadurch müssen Kommunen keine Unterkünfte für diejenigen finden, die nur geringe Chancen haben, in Deutschland zu bleiben. Während des beschleunigten Asylverfahrens muss der Asylbewerber in der Aufnahmeeinrichtung wohnen, sonst erhält er keine Leistungen.

In der besonderen Aufnahmeeinrichtung wird der gesamte Antrag - von der Registrierung bis zur Entscheidung - bearbeitet. Das Verfahren soll nicht länger als eine Woche dauern. Will der Asylbewerber gegen eine Ablehnung des Antrags klagen, soll auch dieses juristische Verfahren innerhalb von zwei Wochen abgeschlossen sein. Eine Abschiebung kann direkt aus der Aufnahmeeinrichtung erfolgen.

Denn für die Unterbringung der Asylbewerber sind die Länder und Kommunen zuständig. Seit Januar 2016 unterstützt der Bund die Länder mit einer Pauschale von 670 Euro pro Flüchtling und Monat. Diese Mittel fließen von der Registrierung bis zum Abschluss des Verfahrens.

In welchem Bundesland die Asylsuchenden ihren Antrag stellen und auf die Entscheidung darüber warten müssen, entscheidet sich nach dem sogenannten Königsteiner Schlüssel.

Weil derzeit besonders viele Unterkünfte nötig sind, hat der Bund das Baugesetzbuch geändert. Dadurch lassen sich zum Beispiel leichter Unterkünfte in Gewerbegebieten oder mobile Unterkünfte einrichten. Die Ausnahmen gelten nur bis Ende 2019.

hier: Mehr Informationen zur Bereitstellung von Unterkünften

Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) hilft den Kommunen dabei, Gebäude für Flüchtlingsunterkünfte zu finden. Seit Anfang 2015 kann die BImA geeignete Immobilien an Länder und Gemeinden vermieten, ohne Miete zu verlangen.

hier: Mehr Informationen zur Unterbringung

Zudem vergibt KfW Kredite an Kommunen, damit sie Flüchtlingsunterkünfte bauen können. Mit insgesamt 1,5 Milliarden Euro werden der Neubau, der Umbau, der Erwerb, die Modernisierung sowie die Ausstattung der Gebäude unterstützt. Der Zinssatz beträgt bis auf weiteres null Prozent und wird für zehn Jahre festgeschrieben. Insgesamt können durch die Kredite rund 700 Kommunen unterstützt werden und etwa 150.000 Unterkunftsplätze für Flüchtlinge entstehen.

Der Bund beteiligt sich zudem in den nächsten Jahren jährlich mit 1,5 Milliarden am sozialen Wohnungsbau und gibt 350 Millionen Euro für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge.

Das Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) regelt, wie Asylsuchende versorgt werden. Das, was sie für das tägliche Leben brauchen, erhalten sie als Sachleistungen, solange sie in der Erstaufnahme-Einrichtung oder in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht sind. Dazu gehören:

  • Sogenannte Grundleistungen (Essen, Unterkunft, Heizung, Kleidung, Gesundheits- und Körperpflege, Haushaltswaren)
  • Geldbetrag für notwendige persönliche Bedürfnisse ("Taschengeld")
  • Medizinische Leistungen bei Krankheit, Schwangerschaft und Geburt sowie Schutzimpfungen
  • Im Einzelfall auch weitere Leistungen.

Wenn Asylbewerber nicht in einer Gemeinschaftsunterkunft wohnen, können die Grundleistungen auch ausgezahlt werden. Zum Beispiel erhalten Alleinstehende dann 216 Euro monatlich für Essen, Unterkunft und andere Grundbedürfnisse.

Mit dem sogenannten Asylpaket II wurde der Geldbetrag für den persönlichen Bedarf ("Taschengeld") gekürzt. Alleinstehende erhalten nur noch maximal 135 Euro für ihren persönlichen Bedarf.

Für staatliche Hilfen gelten strenge gesetzliche Voraussetzungen: Bevor Asylbewerber Leistungen bekommen, müssen sie grundsätzlich eigenes Vermögen oder Einkommen aufbrauchen. Dazu zählt auch das Einkommen oder Vermögen der Familienangehörigen, die im selben Haushalt leben. Für das Vermögen gilt ein Freibetrag von 200 Euro pro Familienmitglied. Wer in einer Flüchtlingsunterkunft wohnt und Einkommen oder Vermögen hat, muss der Kommune die Kosten für die Unterbringung, Verpflegung und andere Sachleistungen erstatten.

Asylsuchende erhalten die vollen Leistungen erst, nachdem sie in der Aufnahmeeinrichtung angekommen sind, die ihnen zugewiesen wurde. Geldleistungen werden höchstens einen Monat im Voraus ausgezahlt.

Wer das Land in Kürze verlassen muss, erhält die Leistungen für Ernährung, Unterkunft und Körperpflege nur bis zum vorgegebenen Ausreisedatum.

Medizinische Leistungen können Asylbewerber nur in Anspruch nehmen, wenn sie akut krank sind. Um Krankheiten vorzubeugen, erhalten sie auch Schutzimpfungen. Einige Bundesländer haben eine Gesundheitskarte für Asylsuchende eingeführt, um die Abrechnung der Leistungen zu vereinfachen.

Minderjährige Flüchtlinge, die alleine reisen, erhalten besondere Betreuung. Seit Januar 2016 begleitet ein gesetzlicher Vertreter junge Flüchtlinge unter 18 Jahren durch das Asylverfahren.

Außerdem können junge Geduldete und Inhaber bestimmter humanitärer Aufenthaltstitel seit Januar 2016 nach 15 Monaten BAföG bekommen. Sie müssen einen Teil des Studien-BAföG - wie deutsche Studenten - einige Jahre nach dem Studium zurückzahlen. Das gilt auch, wenn sie dann nicht mehr in Deutschland leben.

Mehr Informationen zum BAFöG

BAföG können auch für Schülerinnen und Schüler erhalten, die einen berufsqualifizierenden Abschluss oder einen weiterführenden Schulabschluss erreichen wollen. Für Schülerinnen und Schüler an allgemeinbildenden Schulen gilt das aber nur ab Klasse 10, wenn eine Unterbringung außerhalb des Elternhauses (oder der Aufnahmeeinrichtung) ausbildungsbedingt notwendig ist. Schüler-BAföG muss nicht zurückgezahlt werden.
Berufsausbildungsbeihilfe oder Ausbildungsgeld können junge Asylbewerber mit guter Bleibeperspektive und Geduldete nach 15 Monaten erhalten.
Fördermöglichkeiten der Bundesagentur für Arbeit für Flüchtlinge, Asylbewerberinnen bzw. Asylbewerber, Asylsuchende oder Geduldete

Eine Gesamtübersicht über alle Fördermöglichkeiten, die der Bund unterstützt, finden Sie hier.

Anerkannte Flüchtlinge, Asylberechtigte oder subsidiär Schutzbedürftige (Erklärung der Unterschiede) haben einen uneingeschränkten Arbeitsmarktzugang.


Als Arbeitssuchende erhalten sie eine Grundsicherung nach den Regeln des Sozialgesetzbuchs II. Es gilt der Grundsatz des Förderns und Forderns.
Die Leistungen für Ausländer entsprechen grundsätzlich denen, die Inländern zustehen. Leben die Flüchtlinge in Gemeinschaftsunterkünften ohne Selbstversorgung, besteht die Möglichkeit, einen Teil der Leistungen als Sachleistungen zu gewähren.

Wer nicht erwerbsfähig ist, erhält Sozialhilfe. Die Leistungen entsprechen denen für Inländer.

Anerkannte Flüchtlinge, Asylberechtigte oder subsidiär Schutzbedürftige haben zudem Anspruch auf einen Integrationskurs. Wenn sie Sozialleistungen beziehen, können sie zur Teilnahme verpflichtet sein.

Bei Asylbewerbern greift das Asylbewerberleistungsgesetz.

Asylbewerber mit guter Aussicht, dauerhaft in Deutschland zu bleiben, sollen schnell arbeiten können. Das entlastet die Sozialsysteme und hilft ihnen, sich schneller in die Gesellschaft zu integrieren. Asylbewerber und Geduldete dürfen daher nach drei Monaten arbeiten. Hochqualifizierte brauchen keine Zustimmung der Arbeitsagentur, um zu arbeiten. Für alle anderen Asylbewerber und Geduldeten setzt die Bundesagentur für Arbeit in 133 von 156 Agenturbezirken die Vorrangprüfung aus. Flüchtlinge mit Aufenthaltsgestattung oder Geduldete können damit leichter Arbeit aufnehmen.

Die Bundesregierung hat auch das Leiharbeitsverbot für Asylbewerber und Geduldete gelockert. Es entfällt nach drei Monaten, wenn es sich um Fachkräfte handelt. Für geringer qualifizierte Kräfte ist der Zugang zur Leiharbeit erst nach 15 Monaten möglich. Die Beschäftigung als Leiharbeitnehmer ist in den meisten Regionen ohne Vorrangprüfung zulässig.

Asylbewerber aus sicheren Herkunftsstaaten haben ein Beschäftigungsverbot. Sie dürfen auch keine Ausbildung aufnehmen.

Anerkannten Flüchtlingen stehen alle Wege auf dem Arbeitsmarkt offen.

Informationen des BamF zum Zugang zum Arbeitsmarkt

Ausbildung

Eine Berufsausbildung dürfen Asylbewerber nach drei Monaten und Geduldete ab dem Tag der Duldung beginnen. Die Arbeitsagentur muss nicht zustimmen. Das gilt auch für bestimmte Praktika, Einstiegsqualifizierungen und Berufsvorbereitungen.

Informationen zu Praktika für Asylbewerber und Geduldete

Eine Gesamtübersicht über alle Fördermöglichkeiten, die der Bund unterstützt, finden Sie hier.

Nein. Der Arbeitsmarkt ist in guter Verfassung. Die deutsche Wirtschaft ist stabil. Über 44 Millionen Menschen haben Arbeit. Immer mehr Unternehmen suchen nach neuen Mitarbeitern. Die Arbeitslosigkeit ist auf dem niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung.


Je mehr Menschen Arbeit haben, desto besser funktionieren auch die sozialen Sicherungssysteme wie die Arbeitslosenversicherung und die Rente. Asylbewerber mit guter Aussicht, dauerhaft in Deutschland zu bleiben, sollen deshalb möglichst schnell arbeiten können. Das entlastet die Sozialsysteme und hilft diesen Asylbewerbern, sich schneller in die Gesellschaft zu integrieren.
Deshalb dürfen Asylbewerber bereits nach drei Monaten arbeiten. Die Bundesagentur für Arbeit setzt die Vorrangprüfung in 133 von 156 Agenturbezirken für Asylbewerber und Geduldete aus. Sie können damit leichter Arbeit aufnehmen. Auch die Beschäftigung als Leiharbeitnehmer ist in diesen Regionen zulässig.

Siehe auch Dürfen Flüchtlinge arbeiten?

Für viele Flüchtlinge wird es dennoch nicht einfach sein, eine Arbeitsstelle zu finden. Viele von ihnen müssen zunächst Deutsch lernen. Daher fördert die Bundesregierung den frühzeitigen Erwerb der deutschen Sprache: in den Integrationskursen und danach in berufsbezogenen Deutschkursen.

Siehe auch Müssen Asylbewerber Deutsch lernen?

Nein. Wer dauerhaft in Deutschland bleiben darf, muss sich auf dem Wohnungsmarkt eine Wohnung suchen.

Asylberechtigte, die zu wenig verdienen, können – wie jeder Haushalt mit wenig Einkommen – eine Sozialwohnung beantragen. Die Länder entscheiden, wie viele Sozialwohnungen sie bauen und wer dort wohnen darf. Der Bund beteiligt sich am sozialen Wohnungsbau.

Wer dauerhaft in Deutschland lebt und nicht ausreichend Deutsch spricht, muss einen sogenannten Integrationskurs besuchen. Das gilt auch für anerkannte Asylbewerber und Bürgerkriegsflüchtlinge. Ein Integrationskurs besteht aus einem Sprachkurs (600 Stunden) und einem Orientierungskurs (100 Stunden). Im Orientierungskurs geht es um die deutsche Rechtsordnung, Geschichte, Kultur und Gesellschaft. Beide Kursteile enden mit einem Test.

Während das Asylverfahren noch läuft, können Asylbewerber an einem Integrationskurs teilnehmen, wenn Plätze frei sind. Außerdem gibt es für sie spezielle Kurse, die einfache Sprachkenntnisse und landeskundliches Wissen vermitteln. Die Bundesregierung hat die Mittel für diese Kurse erheblich erhöht.

Asylbewerber und Menschen mit einer sogenannten Duldung können auch berufsbezogene Sprachkurse besuchen. Die Kurse verbinden Deutschunterricht, berufliche Qualifizierung und die Möglichkeit, einen Beruf durch ein Praktikum näher kennenzulernen.

Die Bundesregierung will mit einem "Gesamtprogramm Sprache" allgemeine und berufsbezogene Sprachförderung künftig besser miteinander verzahnen.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge bietet ein Verzeichnis mit Beratungsstellen sowie Informationen über Integrationsangebote in Wohnortnähe an.

Darüber hinaus gibt es zahlreiche Angebote für alle, die Deutsch lernen oder unterrichten. Das Goethe-Institut bietet Flüchtlingen auf seiner Internetseite Kurse an, mit denen sie selbst Deutsch lernen und ihren Wortschatz erweitern können. Für ehrenamtliche Deutschlehrende gibt es kostenlose Weiterbildungen. Der Verband der Volkshochschulen hat ein Portal mit Online-Deutschkursen und Begleitmaterial geschaltet; eine App zum Deutschlernen ergänzt das Angebot. Auch die Deutsche Welle bietet eine Sonderseite mit Informationen und Deutschkursen. Wer Deutsch unterrichtet, findet auf dieser Seite Materialien zum Herunterladen.

Eine Gesamtübersicht über alle Fördermöglichkeiten, die der Bund unterstützt, finden Sie hier.

Wer akut erkrankt ist oder Schmerzen hat, wird medizinisch versorgt. Sowohl der Arztbesuch als auch notwendige Arznei- und Verbandsmittel werden in diesen Fällen bezahlt. Zudem werden allen Asylsuchenden Schutzimpfungen und medizinisch notwendige Vorsorgeuntersuchungen angeboten.

Bei der Erstaufnahme von Asylbewerbern ist eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs gesetzlich vorgeschrieben, um eine Tuberkulose auszuschließen.

Schwangere Frauen und Wöchnerinnen erhalten die üblichen Untersuchungen zur Vor- und Nachsorge, alle notwendigen ärztlichen und pflegerischen Hilfen und Betreuung. Dazu zählt auch die Unterstützung durch eine Hebamme und notwendige Arznei-, Verband- und Heilmittel.

Grundlage für den Leistungsumfang der medizinische Versorgung ist das Asylbewerberleistungsgesetz. Die Kosten werden nicht nicht von den Krankenkassen, sondern von den Trägern des Asylbewerberleistungsgesetzes, meist von den Sozialämtern der Landkreise und kreisfreien Städte übernommen.

In manchen Bundesländern müssen sich Asylbewerber vor einem Arztbesuch einen Behandlungsschein bei der für sie zuständigen Behörde abholen. In anderen Bundesländer erhalten Asylbewerber eine Gesundheitskarte.

Nach 15 Monaten Aufenthalt in Deutschland erhalten Asylsuchende nahezu die gleichen Leistungen wie gesetzlich Versicherte.

Weitere Informationen

Außerdem können Flüchtlinge, die über eine abgeschlossene Ausbildung als Arzt verfügen, bei den Untersuchungen in den Erstaufnahmelagern und Zentralunterkünften mitwirken. Schon wegen ihrer Sprachkenntnisse ist das von Vorteil. Auch entlastet es das vorhandene medizinische Personal. Dennoch gilt: Wer als Flüchtling in der medizinischen Versorgung mitarbeitet, muss trotzdem das übliche Berufsanerkennungs- und Approbationsverfahren durchlaufen, um später als Arzt in Deutschland tätig zu sein.

Menschen, die zu uns kommen, haben in ihrem Herkunftsland häufig schlimmste physische und psychische Gewalt erlebt. Oft sind sie traumatisiert und brauchen therapeutische Unterstützung. Ärzte, Psychotherapeuten und psychosoziale Einrichtungen können daher traumatisierte Asylbewerber dauerhaft behandeln.

Auch für Flüchtlingskinder gilt das Recht auf Bildung und die Schulpflicht. Schulen sind für sie die wichtigsten Orte, um Deutsch zu lernen und sich zu integrieren.

Grundsätzlich müssen alle Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 18 Jahren in Deutschland eine Schule besuchen. Die Bundesländer haben den Beginn der Schulpflicht für Flüchtlingskinder unterschiedlich geregelt. Zum Beispiel beginnt die Schulpflicht sie in Thüringen drei Monate nach dem Zuzug, in Baden-Württemberg nach sechs Monaten. In anderen Bundesländern beginnt die Schulpflicht, wenn die Asylbewerber einer Gemeinde zugewiesen sind.

Grundsätzlich dürfen Asylbewerber ein Hochschulstudium aufnehmen, auch wenn ihr Asylverfahren noch nicht abgeschlossen ist oder sie eine sogenannte Duldung haben.

Wenn sie kein Zeugnis vorlegen können, kann die Hochschule ihre Qualifikation auf andere Weise prüfen – zum Beispiel durch ein Interview.

Weitere Informationen

Damit Asylbewerber und Flüchtlinge ein Studium aufnehmen können, benötigen sie gute Beratung, sprachliche Vorbereitung und fachliche Unterstützung. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung stellt dafür in den nächsten Jahren 100 Millionen Euro bereit. Flüchtlinge können zum Beispiel kostenlos einen Studierfähigkeitstest ablegen und ihre Bewerbungen für Studienplätze einreichen. Auch Studierendeninitiativen, die Flüchtlinge unterstützen, bekommen Geld für ihre Arbeit.

Seit Januar 2016 können Geduldete und Inhaber bestimmter humanitärer Aufenthaltstitel bereits nach 15 Monaten BAföG-Förderung beantragen. Asylberechtigte können sofort BAföG beantragen. Sie müssen einen Teil des BAföGs - wie deutsche Studenten auch - einige Jahre nach dem Studium zurückzahlen. Das gilt auch, wenn sie dann nicht mehr in Deutschland leben.

Informationen zum Studium erhalten Flüchtlinge auf einer eigenen Website – auch auf Arabisch, Dari, Paschtu und Urdu.

Eine Gesamtübersicht über alle Fördermöglichkeiten, die der Bund unterstützt, finden Sie hier.

Asylbewerber und Flüchtlinge haben die Möglichkeit, die Anerkennung ihres ausländischen Berufsabschlusses zu beantragen. Ob der Berufsabschluss in Deutschland anerkannt wird, hängt davon ab, ob er im Vergleich zu dem entsprechenden deutschen Abschluss gleichwertig ist.

Die Asylbewerber und Flüchtlinge müssen nicht nur Fachkenntnisse nachweisen, sondern auch die Fachsprache auf Deutsch beherrschen. Wenn die zuständige Stelle wesentliche Unterschiede feststellt, können die Flüchtlinge Weiterbildungen besuchen und Prüfungen ablegen, um eine Anerkennung zu erreichen.

In manchen Fällen ist die Anerkennung eines ausländischen Berufsabschlusses Voraussetzung, um in Deutschland überhaupt in diesem Beruf arbeiten zu dürfen. Das gilt zum Beispiel für bestimmte Handwerksberufe, für Ärzte, Krankenpfleger, Erzieher und Lehrer. In den meisten Berufen ist die Anerkennung nicht zwingend erforderlich. Sie erhöht aber meist die Chancen auf eine Stelle.

Viele Flüchtlinge können ihre berufliche Qualifikation nicht durch Zeugnisse belegen, weil sie diese auf der Flucht verloren haben. Dann können sie ihre Fähigkeiten und Kenntnisse auch durch Arbeitsproben, Fachgespräche oder eine Prüfung nachweisen.

Einen Überblick über das Verfahren gibt die Datenbank "Anerkennung in Deutschland". Die Seite ist auch als App in sieben Sprachen verfügbar.

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Wer auf Dauer in Deutschland bleiben kann, darf seinen Ehe- oder Lebenspartner sowie seine minderjährigen Kinder nachziehen lassen. Das heißt: Grundsätzlich können Flüchtlinge nur ihre sogenannte Kernfamilie nach Deutschland holen. Diese Familienzusammenführung ist erst möglich, wenn der Asylantrag anerkannt ist und der Flüchtling eine Aufenthaltsgenehmigung für Deutschland hat.

Sollen Ehe- oder Lebenspartner nachziehen, müssen zudem ausreichend Wohnraum vorhanden und der Lebensunterhalt gesichert sein. Sind die erforderlichen Voraussetzungen erfüllt, können Familienangehörige bei der deutschen Botschaft in ihrem Heimatland eine Aufenthaltserlaubnis beantragen. Die Reisekosten müssen die Familien selbst tragen.

Subsidiär Schutzberechtigte

Die Bundesregierung hat den Familiennachzug zu subsidiär Schutzberechtigten neu geordnet. Seit August 2018 können engste Familienangehörige nachziehen. Der Nachzug wird auf 1.000 Personen pro Monat begrenzt. Der Bundestag hat das Gesetz beschlossen.

Es sieht vor, dass Ehegatten und minderjährige Kinder als engste Familienangehörige unter Umständen nachziehen dürfen. Eltern unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge sollen ebenfalls einen Antrag auf Familiennachzug stellen können.

Einen Rechtsanspruch auf Familiennachzug gibt es nicht. Die Behörden werden anhand humanitärer Gründe entscheiden, wer eine Aufenthaltserlaubnis in Deutschland erhält. Besonders berücksichtigt werden die Dauer der familiären Trennung und das Alter der betroffenen Kinder. Dies dient dem Schutz von Ehe und Familie. Weitere humanitäre Gründe sind schwere Erkrankungen oder die konkrete Gefährdung der Angehörigen im Herkunftsland.

Das Gesetz legt auch fest, wann es grundsätzlich keinen Familiennachzug zu subsidiär Schutzberechtigten gibt. So etwa, wenn eine Ehe erst nach der Flucht aus dem Heimatland geschlossen wurde. Ausgeschlossen ist auch der Nachzug zu Personen, die schwerwiegende Straftaten begangen haben oder bei denen es sich um terroristische Gefährder handelt.

Hier: Mehr Informationen

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