Integration - Deutschland kann das

Netzwerk hilft beim beruflichen Start

Die Stärken geflüchteter Frauen fördern

Als 2015 viele Flüchtlinge nach Deutschland kamen, war auch die Juristin Heba Hamarsheh dabei. Seitdem wünscht sie sich, ihren Mann und ihre Kinder nach Deutschland zu holen. Doch zuvor will sie eine Sprachprüfung ablegen und einen Arbeitsplatz finden.

Zwei Frauen im Gespräch   Mentorinnen betreuen geflüchtete Frauen wie Heba (links). Foto: Burkhard Peter

Im Jobcenter Berlin-Spandau wurde Heba auf das Projekt "Starke Unternehmerinnen für starke Frauen. Eine Initiative für geflüchtete Frauen" aufmerksam. Ziel des Projekts war es, geflüchtete Frauen bei der Suche nach einer Ausbildung, einer Qualifizierung oder einem Arbeitsplatz zu begleiten.

Wichtig war den Projektmacherinnen, die Potentiale der Frauen in den Fokus zu rücken. "Integration ist keine Einbahnstraße", erklärt Britta Marschke, Geschäftsführerin der Gesellschaft für interkulturelles Zusammenleben, die das Projekt trägt. Sie möchte die Leistung und Kraft von Frauen für Unternehmen sichtbar machen, aber auch den Geflüchteten selbst vor Augen führen, was sie leisten können.

Gemeinsam lernen

Die Frauen konnten gemeinsam in einem geschützten Umfeld lernen und sich entfalten. Mentorinnen aus der Wirtschaft und dem sozialen Bereich begleiteten sie dabei.In den ersten zwei Monaten fand ein berufliches und sprachliches Einführungscoaching statt. "Außerdem bot das Projekt Berufsberatung, Bewerbertraining sowie Workshops zu Lernmethoden, sozialen Kompetenzen am Arbeitsplatz, Frauengesundheit, Kindererziehung und Konfliktmanagement an", erklärt Frau Khuloud Asfour, die Projektleitung.

Frauen bei einer Besprechung

Praktische Erfahrungen sammeln

Die Frauen konnten in einem Betriebspraktikum praktische Erfahrungen sammeln. Während des Praktikums fand eine individuelle Betreuung durch ein sogenanntes Mentoring-System statt. Das ermöglichte den Teilnehmerinnen von dem Erfahrungswissen ihrer Mentorin zu profitieren.  

Das Mentoring-System nutzte jedoch nicht nur den geflüchteten Frauen, sondern auch den Mentorinnen. Es entstand ein gegenseitiges Geben und Nehmen – beide Seiten lernten dazu. "Ich fand es spannend, eine andere Kultur kennenzulernen", erzählt Gabriele Gruber, Mentorin im Projekt.

Kontakte knüpfen

Die Akteure des Projekts trafen sich bei Stammtischen, Business-Lunches und Mentoring-Workshops, um sich auszutauschen und einander zu unterstützen.

Die geflüchteten Frauen konnten sich so ein berufliches und soziales Netzwerk aufbauen, das ihnen in Deutschland eine Perspektive geben kann. Ein solches Netzwerk hat auch Heba geholfen. Während sie am Projekt "Starke Unternehmerinnen für starke Frauen" teilgenommen hat, konnte sie ein Praktikum in einer Kanzlei absolvieren.

Jetzt hat Heba konkrete Pläne für die Zukunft: "Nach erfolgreichem Abschluss einer Sprach­prüfung kann ich eine Ausbildung als Rechtsanwalts-Fachangestellte aufnehmen - bei einer Anwältin, die sich auf Asylrecht spezialisiert hat. Ich fange als nächstes mit dem Kurs an und freue mich, dass es weitergeht."

Das Projekt "Starke Unternehmerinnen für starke Frauen. Eine Initiative für geflüchtete Frauen" wurde gefördert aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und der Berliner Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales im Rahmen der bezirklichen Bündnisse für Wirtschaft und Arbeit. Es nahm im Jahr 2016 seinen Anfang und lief über zwei Jahre. 45 Frauen nahmen teil. Mittlerweile ist das Projekt abgeschlossen.

Dienstag, 06. November 2018

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